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4x4 Camper gefunden... |
| 18.12.2009 |
| Blog/Media >> Reisen Südamerika |
Schon vor mehreren Monaten hatten wir mit der Suche begonnen und gingen täglich mit Hilfe von Internet und Telefonbuch allen verfügbaren Angeboten nach. Seit einem Monat hält Carolina ausserdem direkt vor Ort Ausschau für Angebote und Anbieter welche weder im Internet noch im Telefonbuch stehen.
Wie ich schon im letzten Bericht geschrieben habe sind die Ansprüche an das Fahrzeug für so eine Reise relativ hoch. Ausserdem möchten wir nach unserer Reise keine Probleme mit dem Wiederverkauf haben. Es nützt uns nichts wenn wir für wenig Geld einen günstigen Camper kaufen den wir erstens auf unserer Reise dauernd reparieren müssen und zweitens nach unserer Reise nicht mehr an den Mann bringen. Die primären Ansprüche waren: Robustes Fahrzeug mit Allradantrieb welches in Chile & Argentinien gut verbreitet ist (Reparaturen & Ersatzteile) mit kleiner Küche und Nasszelle mit Dusche.
Grundsätzlich gibt es 3 verschiedene Arten von robusten 4x4 Campern. Die erste, klassische Variante ist ein Pickup mit Wohnkabine, die zweite sind sogenannte Kleinlastwagen (zb. Kia K2700, in Chile heissen sie Kia Frontier) mit Wohnaufbau und die dritte und teuerste sind die richtigen 4x4 Wohnmobile wie zb Iveco oder Unimog. Obwohl die erste Variante mit einer absetzbaren Wohnkabine am flexibelsten ist gefiel mir die zweite Variante mit dem Kleinlastwagen am Anfang am besten. Der grosse Vorteil von einem Kleinlastwagen ist dass man keine Probleme mit der Zuladung hat, ausserdem sind sie wie die Pickups in Chile sehr verbreitet. Nach tiefgründigen Recherchen behaupte ich jetzt mal dass 90% aller asiatischen Pickups mit Wohnkabinenaufbau chronisch überladen sind. Zum Beispiel erträgt ein Toyota Hilux gerade mal 750kg maximale Zuladung. Eine kompakte Wohnkabine wiegt leer mindestens 500kg. Sitzen nun 2 Personen in das Fahrzeug ist das Fahrzeug mit vollen Wassertanks bereits überladen...und dies ohne zusätzliche Ausrüstung wie Gleitschirme, Reserverad, Proviant etc. Dies endet vielfach mit defekten Federungen bis hin zu gebrochenen Rahmen. Ein Schlagloch im richtigen Winkel angefahren kann dann bereits das Ende der Reise bedeuten. Einige interessante Berichte zu diesem Thema gibt es zum Beispiel auf www.explorermagazin.de. Wenn man das Internet durchforscht gibt es diverse Berichte von verbogenen Rahmen bei Pickups wobei einige schon unsinnig überladen waren (Hier zum Beispiel ein Mitsubishi L200 in Deutschland und ein Mitsubishi L200 in Island)
Kleintransporter wie der Kia ertragen hingegen eine Zuladung bis über 1500kg, haben dafür aber meistens sehr kleine Räder und damit eine geringe Watttiefe. Wie sonst im Leben auch scheint es auch hier keine "richtige" Lösung zu geben, es ist eher eine Frage welche Kompromisse man eingehen möchte...ausser man ist bereit das Geld für einen Iveco oder einen ausgebauten Unimog in die Finger zu nehmen. Aber für dieses Geld kauft man in Chile ein ziemlich grosses Grundstück mit einem "richtig fetten" Haus drauf...nur so als Vergleich.
Nachdem das einzige vorhandene Angebot für einen Kia Kleintransporter mit Wohnkabinenaufsatz vom Anbieter auf Druck seiner reisefreudigen Familie zurück gezogen wurde ging die Suche nach dem richtigen Kompromiss wieder weiter.
Ausser den "dicken" Amerikanern gibt es eigentlich nur einen asiatischen Hersteller der einen in Chile (und auch in Europa) verbreiteten Pickup mit hoher maximaler Zuladung produziert. Mazda baute unter eigenem Namen den B2500 und produziert diesen auch für Ford unter dem Namen Ford Ranger. Der Mazda B2500 / Ford Ranger hat eine maximale Zuladung von 1045 kg. Da der Schwerpunkt der Zuladung mit einer Wohnkabine sowieso ziemlich weit hinten ist wäre eine Single Kabine oder allenfalls eine Extra (1-1/2) Kabine von Vorteil. Komischerweise ist aber in Chile offiziell von beiden Herstellern nur die Doppelkabinen Version erhältlich. Die sind dafür bestimmt einfacher zum Wiederverkaufen. Ausserdem können wir so Material wie Gleitschirme im Auto transportieren und auch einschliessen. Dass der Mazda auch ein robuster Pickup ist und sogar mit einem groben Überhang und massiver Zuladung zurechtkommen würde zeigt dieser Bericht.
Auch die Suche nach der Wohnkabine war alles andere als einfach. Scheinen doch fast alle erhältlichen Kabinen für amerikanische Schlachtschiffe wie den Ford F350 oder Dodge Ram gebaut zu sein. Eigentlich gibt es auf dem chilenischen Markt nur eine "kompakte" Kabine für, ich sag jetzt mal, "kleine" Pickups. (In Europa sind dies so ziemlich die grössten Personen Fahrzeuge auf der Strasse). Hergestellt werden diese Kabinen von Francisco Mujica in Santiago de Chile.
Nach langer Suche sind wir auf ein Angebot gestossen. Da der Besitzer mit seinem Pickup sehr zufrieden war aber nur selten die Zeit zum campen hatte wollte er anfänglich nur seine Wohnkabine verkaufen und das Fahrzeug behalten...einen Mazda B2500 Jahrgang 2004 mit zuschaltbarem Allrad, Untersetzungsgetriebe und Sperrdifferenzial inklusive einer Federverstärkung hinten...alles so wie es sich gehört!
Der Besitzer zeigte sich dann nach einigen Gesprächen aber sehr vernünftig und hat eingesehen dass es wenig Sinn macht einen anderen Mazda B2500 oder Ford Ranger zu kaufen um alle benötigten Modifikationen wie Federverstärkung, zusätzliche Luftfederung und elektrische sowie mechanische Verbindungen noch einmal zu machen obwohl sein B2500 schon perfekt auf die Wohnkabine angepasst ist. Und so hat er uns nach einigem Zureden schlussendlich trotzdem seinen geliebten Mazda verkauft.
Nach dieser langen Suche sind wir nun sehr erleichtert dass wir so kurz vor Abmarsch doch noch einen guten Camper gefunden haben.
Fotos und Infos über unseren Campercito gibts auf auf http://camper.freeminds.ch
Übrigens: Obwohl wir die Möglichkeit haben das Fahrzeug nach unserer Reise einzustellen bieten wir es zum Verkauf an. Der Camper ist ab ca 20. März 2010 in Santiago de Chile verfügbar. Bei Interesse kontaktiert uns bitte...
Zuletzt geändert am: 15.08.2010 um 01:43
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