Media

Blog Kategorien

Suchen



Suchbegriff eingeben und Enter drücken

5 - Chile, Antofagasta, Tocopilla

03.01.2010
Blog/Media >> Reisen Südamerika

-> zur Photo Gallerie

Nach so langer Fahrt durch die Einsamkeit ist man zuerst froh wieder in ein besiedeltes Gebiet zu kommen. Antofagasta ist eine reine Minenstadt welche vom Bergbau (Nitrat, Salpeter und Kupfer) lebt. Daneben wird Stahl in der Stadt hergestellt. Die Stadt ist eigentlich daher reich, wirkt aber arm und ist nicht wirklich schön. Schon beim einfahren sieht man die Stahlwerke und alles ist voll mit Kupfer Zügen, Lastwagen und Abfall. Die Stadt lädt zum schnellen durchfahren ein. Trotz der anfänglichen Freude über die Zivilisation ist man froh wenn man sie wieder möglichst schnell hinter sich lassen kann. Kapitalismus pur, das Land wird ausgebeutelt wo man nur kann, die Leute verdienen viel Geld wissen aber irgendwie in dieser Umgebung überhaupt nicht wie damit umgehen.

Bienvenido en Antofagasta


Glücklicherweise haben sie aber noch nicht alles von ihrer schönen und schützenswerter Landschaft zerstört und so gibt es im Norden der Stadt eine schöne Sehenswürdigkeit, das steinere Tor, La Portada.

Wir entschliessen uns da zu übernachten, sind uns aber nicht schlüssig ob die Gegend dazu geeignet und sicher ist. Beim steinernen Tor treffen wir einen Mann mit starken Verbrennungen im Gesicht. Er arbeitet als Wächter und Abwart für die touristischen Lokalitäten um La Portada. Er ist sehr freundlich und gibt uns den Rat inmitten seiner Hunde zu campieren, denn da kommen die anderen Hunde und die Diebe mit Sicherheit nicht freiwillig hin. Wir nehmen das Angebot dankend an und belohnen ihn mit Schweizer Schoggi was ihn sehr glücklich macht. Es stellte sich sogar heraus dass er auch Gleitschirm geflogen ist und dass man am La Portada bei geeignetem Wind bestens soaren kann. Leider war aber auch hier der Wind am nächsten Morgen zu schwach und wir sollten an Silvester in Iquique sein. Uns so beschliessen wir am folgenden Tag die Reise fortzusetzen. Nun geht es nur noch 500km der Küste entlang.

 

La Portada, das steinerne Tor


Auf dem Weg kreuzt man eine weitere Stadt. Tocopilla ist eine arme und hässliche Stadt. Wie auch Antofagasta ist es eine reine Minenstadt aber im Gegensatz zu Antofagasta sind die Leute sehr arm und haben keine Perspektive. Wenn man aufs Meer nach Westen schaut sieht man Abfallberge und 2 Kohlenkraftwerke welche Nordchile mit Energie versorgen und Tocopilla mit Emissionen verdunkeln. Wenn man nach Osten schaut steht man direkt vor einer riesigen, dunklen Steinwand mit ein paar dreckigen Kupfer und Salpeter Zügen. Dazwischen befinden sich die schmuddeligen, Häusschen der Bewohner. Die Leute grüssen sich nicht, ein freundliches Grüssen wird auch konsequent nicht erwidert. Alle Menschen wirken krank, demotiviert und reagieren auf sich gegenseitig mit Desinteresse. Zu allem Übel wurde diese Stadt zusätzlich vor 2 Jahren noch von einem massiven Erdbeben erfasst so dass die Schäden heute immer noch gut ersichtlich sind.

Tocopilla verlässt man mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Die Leute tun einem Leid und man erkennt das grosse Glück in einer gesunden Umgebung und unter guten Umständen geboren worden zu sein. So haben diese Familien verseuchtes Wasser durch den Nitrat Abbau und die Kohlenverbrennung dass wir unsere Pflanzen mit Dünger effizienter machen können und obwohl wir ihnen teilweise auch unseren Fortschritt (Kupfer - Elektronik, Kabel etc.) verdanken müssen sie ein trostloses Leben führen.

-> zur Photo Gallerie

Zuletzt geändert am: 15.08.2010 um 01:20

Zurück