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Chile Herbst 2008 |
| 04.12.2008 |
| Blog/Media >> Reisen Südamerika |
Erst diesen Februar waren wir in Chile...dementsprechend gross war das Unverständnis meiner Freunde wieso dass ich nun schon wieder die lange Reise auf mich nehme.
Es gibt viele Gründe. Der Hauptgrund ist mal sicher meine Freundin Carolina die auf mich wartet, ein anderer ein nigelnagelneuer Freestyle Schirm, die besten Avocados der Welt und das unglaublich feine Ceviche (Roher Fisch mit unglaublich viel feinem Zubehör, aber im Gegensatz zu Sushi mit Geschmack und feinstem Fisch)! Noch Fragen?
Im Gegensatz zur Reise im Februar habe ich sogar einen sehr günstigen Flug gefunden. Das einzige Problem: Gepäck maximal 20kg. Da ich meinen Gradient Freestyle verkauft habe und in Chile bereits mein Octane FLX auf mich wartet muss ich somit bloss einen Schulschirm für Gonzalo, ein Freund aus Argentinien mitnehmen. Allerdings komme ich mit Schulschirm, Gurtzeug und 2 Rettungssystemen bereits auf 19kg. Dementsprechend rational wir gepackt. Schuhe und Flugkombi bleiben zu Hause. Im Handgepäck sind ein paar Unterhosen, Socken und t-shirts. Wegen der in Chile heiss begehrten Schoggi und dem Rivella komme dennoch mit 6kg Uebergepäck an den Check-In. Glücklicherweise war die freundliche Frau am Schalter gut gesinnt und das ganze war kein Problem. Simba kann sogar eine komplette Ausrüstung gratis aufgeben. Manchmal braucht man einfach ein bisschen Glück. Simba reist mit dem gleichen Flug mit mir nach Santiago. Da trennen sich allerdings bereits unsere Wege.
Glücklich endlich meine Carolina wieder in den Armen halten zu können beschliessen wir zuerst mal einige Tage in Santiago und naher Umgebung zu bleiben. Zuerst wurde dann mein Geburtstag gefeiert. Carolina organisierte heimlich eine wunderschöne Geburtstagsüberraschungsparty für welche sie alle Freunde aus Santiago, die ich bereits im Februar kennengelernt habe, eingeladen hat. Bereits am Tag nach der Ankunft erkunden wir zusammen mit den Locals Arroz, Rocio und Bototo ein neues Fluggebiet, Paidahue. Bei uns in der Schweiz brauchen die Hausfrauen einen Vierrad SUV um über den Hirzel zu kommen, in Santigo würgen wir uns zu fünft in einem schepperndem Opel Corsa nahezu unbefahrbare Bergstrassen hinauf. Abgesehen vom Verlust eines Kottflügels (es war noch der einzig übrige) sind wir bestens am Startplatz angekommen. Trotz einer zähen Inversion konnten wir alle einen friedlichen und schönen Abendflug machen.
Während die anderen bereits in Iquique sind gehen Carolina und ich nach Maitencillo zum Küstensoaren. Maitencillo ist nur etwa 3h mit dem Bus von Santiago entfernt. Am Tag nach der Ankunft ist der Wind zum Küstensoaren allerdings noch zu schwach. Am Startplatz treffen wir auf Arturo und Fefi welche in der Umgebung eine Flugschule betreiben und auch Tandemflüge anbieten. Mit Hilfe der Locals entdecken wir ein komplett neues Thermik Fluggebiet, nur etwa 15 Minuten von der Küste entfernt. Als Gringo hatte ich dann sogar das Vergnügen Wind-dummy zu spielen und als erster überhaupt auf die Südseite hinaus zu starten. Ein geniales Fluggebiet mit unzähligen Streckenflugmöglichkeiten für Tage an denen der Wind an der Küste zu schwach zum soaren ist. Am nächsten Tag waren die Bedingungen an der Küste dann perfekt. Komplett laminarer Wind, Soaring Spass vom feinsten. Endlich mal ein bisschen mit meinem neuen Octane FLX spielen.


Mehr Bilder gibts in der Chile Herbst 2008 Gallerie.
Nach Maitencillo gings dann per Bus wieder zurück nach Santiago de Chile. So langsam sind mir die Downtown Rucksack Trips in Saniago mit den unzähligen, verwirrten Blicken der Grossstädter in der Metro verleidet. Nach dem Erledigen von diversen Formalitäten in Santiago bin ich froh dass wir nun endlich der Grossstadt den Rücken zukehren und nach Iquique fliegen können.
Iquique, weltbester Flugspot! 365 Thermik Tage im Jahr. Nie Niederschlag, kein Föhn...unendlich grosser Sandkasten zum Spielen für Gravitationsflüchtlinge. Bereits im Februar hatten wir diesen Spot schon ausführlich ausgekundet. Aber im November fliegt es sich da noch viel Besser. Für mich war es ein ungewohntes Bild die Dünen in Wolken gehüllt zu sehen. In Iquique geht es sogar mit einem 8/8 bedeckten Himmel Thermisch hoch...und dies nicht zu knapp! Eine ganze Woche verbrachten wir zusammen mit Gab, Reto, Pascal, Urs Haari und diversen anderen Leuten aus der ganzen Welt in den Lüften über Iquique, der Cavancha und der riesigen Düne in Palo Buque. In Palo Buque konnte ich dann endlich mal Gas geben mit meinen neuen Flügel. Nachdem ich nun ein halbes Jahr intensiv Sackflug geübt habe fühle ich mich bereit meinen ersten Helikopter zu fliegen. Carolina hat das ganze sogar gefilmt.

Nach einigen Tagen im Sand statten wir noch den heissen Quellen in Mamina auf dem Altiplano einen Besuch ab. Von Indios lernten wir dass es von Vorteil ist Coca Blätter zu kauen wenn man in die Anden geht. Stefan vernachlässigte den Tip und wurde prompt Höhenkrank. Daher reisten wir am nächsten Tag wieder zurück an die Küste. Nach ein paar Abschiedsflügen steigte ich wieder in das Flugzeug...dieses Mal allerdings nicht allleine! Carolina hat nämlich ein Studentenvisum in der Schweiz bekommen und wird für ein Jahr in Luzern Deutsch lernen. Mit einem neuen Schirm, einigen Erfahrungen mehr und meiner geliebten Freundin reise ich zurück in den Winter. Die Speedflying Saison kann beginnen. :-)
Mehr Bilder gibts in der Chile Herbst 2008 Gallerie.
Zuletzt geändert am: 15.08.2010 um 02:02
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