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Über Notschirme und Ansichten. Zeiten ändern sich... |
| 09.10.2008 |
| Blog/Media >> Acro |
Seit langem wiedereinmal ein unbedeckter Himmel in den Voralpen. Zuerst machte ich 2 Tandemflüge am Niederbauen. Der Südwind blies jedoch bereits am Morgen mit etwa 20 Km/h von hinten. Trotzdem konnten wir jeweils souverän gegen Süden starten und um den Niederbauen herumfliegen. Am Morgen rufte mich allerdings André an und fantasierte irgendetwas von D-Bag, Beamer und Champagner trinken an der Brändlen. Klingt lustig, bin ich dabei!

Das Konzept klingt aufregend: D-Bag Absprung vom Tandem, One-Hand Helico mit Nasengrübeln, Beamer werfen (Steuerbarer Rogallo Notschirm von High Adventure), Schirm ausklinken, Champagner trinken und dann gemütlich landen. Für Aussenstehende verrückt, für Freunde von André eine logische Weiterführung bereits realisierter Projekte. Nach Diversen Überlegungen und Sicherheitsabklärungen machen wir uns auf den Weg zum Startplatz.
Während André seinen Schirm in den D-Bag quetscht, Dani seinen Speedglider auspackt, ich meinen Tandem exklusiv Passagiersitz parat mache und der Rest der Meute sich bereits mit wilden Acromanövern talwärts stürzt gehen mir Erinnerungen von früher durch den Kopf. Ich muss lachen...

Noch gar nicht lange ist es her da stand ich am selben Ort mit meinen Anfängertauglich geprüften Schirm. Hinter mir irgendwelche Herren die sich lautstark über Sinn und Unsinn von steuerbaren Rettungen, Sackfluggefahren und Entwicklung der Prüfstellen für Gleitschirme unterhielten. Gespannt lauschte ich damals den Gesprächen und versuchte verkrampft aus den zum Teil paradox klingenden Gerüchten etwas für's Leben zu lernen. Es war nicht immer einfach die Spreu vom Weizen zu trennen. Fingen doch die meisten Sätze mit "Ich habe gehört...", "Gestern habe ich gelesen...", "Hast du den gesehen..." oder "Im Testprotokoll vom neuen Schirm steht..." an und endeten oft mit wilden Vermutungen und Behauptungen. Nach all diesen Erzählungen war ich jeweils froh dass ich mit so einem gutmütigen Schirm unterwegs war.
Wenige Jahre aber viele Erfahrungen und Experimente später vetrauen wir zu 100% unseren Rettungen, die Beherschung des gewollten Sackfluges ist die Basis von vielen erflogenen Manövern und Geräteprüfungen von Gleitschirmen interessieren uns auch nicht mehr wirklich...sind doch die meisten unserer Schirme jenseits solcher Normen konzipiert. In den vergangenen 4-5 Jahren hat sich für mich die Szene enorm verändert. Heute springen wir vom Tandem ab, donnern mit 10 qm die Hänge runter und erfliegen selber die Grenzen unserer Geräte. Zeiten ändern sich eben...und das ist gut so. Dank den vielen Erfahrungen und Erlebnisse habe zumindest ich das Gefühl viel sicherer und bewusster den Sport zu erleben. Die Erinnerung an vergangene Zeiten mit den krassen Gegensätze von Heute setzten mir ein Schmunzeln auf das Gesicht. Doch nun genug in der Vergangenheit gewühlt. Es stehen weitere Erfahrungen unmittelbar bevor.
3-2-1-los! Ein perfekter Start. Kaum über dem Tal angekommen klinkt sich André bereits aus und mir schlägt der leere D-Bag durch die Entlastung voller Wucht ins Gesicht. Sein Schirm öffnet nach einer Umdrehung perfekt und er leitet gekonnt den Helico ein. Und schon öffnet sich das Packet...aber mehr dazu gibts im Februar 2009. Seit gespannt auf den Release einiger einzigartiger Videos! :-)
Für die welche nun noch wissen möchten wieso wir zu 100% unseren Rettungen vertrauen ein kleines Video welches wir am selben Tag gedreht haben:
Beim verwendeten Modell handelt es sich um einen High Adventure Beamer. Obwohl das Prinzip schon sehr alt ist bietet dieses Modell immer noch die besten Werte im Bezug auf Öffnungsverhalten und Sinkgeschwindigkeit. Das Gerät lässt sich allerdings nur optimal steuern wenn kein Twist vorhanden ist. Eine Aufhängung an den Schultern wie mit herkömmlichen Rundkappen muss nicht unbedingt sein, es ist für die Erreichbarkeit der Steuergriffe eher vorteilhaft wenn sie in der Nähe der Hauptkarabinern erfolgt. Da die Sinkgeschwindigkeit sehr niedrig ist kommt nicht allzu hart auf dem Boden auf, deshalb ist eine senkrechte und gestreckte Körperlage (Landerolle) nicht unbedingt notwendig. Leider bieten die meisten herkömmlichen Gurtzeuge nicht die Möglichkeit die Gurten zu den Hauptkarabinern zu führen. High Adventure haben bei ihrem neuen Acro Gurtzeug Infinity 2 dieses Prinzip übernommen. Ein Twist ergibt sich oftmals bei der Öffnung und ist praktisch unvermeidbar. Meistens lässt es sich allerdings ohne weiteres ausdrehen, voraussgesetzt man kann den Gleitschirm stabilisieren, einziehen oder besser wie im Video einseitig oder gar komplett ausklinken. André hat im Video Quicklock Karabiner verwendet.
Yesss...wieder einiges gelaufen heute. Wir freuen uns auf die Video Releases im Februar... :-)
Zuletzt geändert am: 15.08.2010 um 02:05
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